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Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter

Erfolgsfaktor Smart Collaboration

Wer kennt das nicht: Meetings, in denen nur der Vorgesetzte spricht, Mails, in die man nur sicherheitshalber einkopiert ist, und Projektverzögerungen, weil Kollegen abwesend sind. Die Folgen: viel Zeitverlust und wenig konkrete Ergebnisse. Laut der aktuellen „State of Work“-Studie von Workfront verwenden deutsche Arbeitnehmer lediglich 45 Prozent ihrer Arbeitszeit für ihre Kernaufgaben.


Modernes Arbeiten sieht anders aus. Die Digitalisierung hat zahlreiche neue Tools und Hilfsmittel entstehen lassen, um gerade die Arbeit in Projekten erheblich zu erleichtern und produktiver zu gestalten. Bis zu 50 % effizienter sind Teams, die regelmäßig auf digitale Kollaborationstools zurückgreifen, so das Ergebnis der Deutschen Social Collaboration Studie 2019.

Digitale Tools reichen nicht

Ohne die digitalen Kollaborations-Plattformen sind Homeoffice, international zusammengesetzte Teams oder mobiles Arbeiten nicht mehr denkbar. Daher haben sich diese Tools in der Zusammenarbeit in deutschen Unternehmen mittlerweile fest etabliert. Laut der bereits genannten Deutschen Social Collaboration Studie haben rund 17 % die Einführung derartiger Technologien schon abgeschlossen. 60 % implementieren oder planen diese gerade. Nur für rund 25 % der befragten Unternehmen spielt eine digital geprägte Zusammenarbeit keine Rolle.

Digitale Technologien sind ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit effizienter und produktiver zu gestalten. Doch zu wirklich großen Veränderungen kommt es erst, wenn auch die Arbeitsumgebungen entsprechend gestaltet werden und sich die Kultur der Zusammenarbeit in einem Unternehmen verändert. Genau diesen Anspruch stellt das Smart-Collaboration-Konzept. Es geht davon aus, dass auf das immer komplexere und schnellere Umfeld nur mit funktionsübergreifenden Netzwerken und multidisziplinären Teams effektiv reagiert werden kann. Nur wenn unterschiedliche Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven bereichsübergreifend zusammengeführt werden, können erfolgreiche Lösungen für das digitale Zeitalter entstehen.

Passende Arbeitsbedingungen schaffen

Damit die Beteiligten in immer wieder neuen Projektkonstellationen zusammenarbeiten, in Projekten unterschiedliche Rollen einnehmen und ergebnisorientiert mitwirken können, bedarf es nicht nur digitaler Tools, sondern auch passender räumlicher, organisatorischer und prozessualer Strukturen. Und mindestens genauso wichtig: ein Mindset bei den Führungskräften wie Mitarbeitern, das die Prinzipien des New Works verinnerlicht hat. Hierzu gehören der „Team first“-Gedanke, ein hohes Vertrauen, bereichsübergreifendes Denken und Handeln sowie selbstverantwortliches Arbeiten.

Gerade etablierte Unternehmen stoßen bei der Umsetzung von Smart Collaboration auf viele Herausforderungen, da zahlreiche gewachsene Strukturen und über Jahrzehnte gelernte Verhaltensmuster vorherrschen. Dabei stellen die Mitarbeiter häufig nur geringe Hürden dar. Umfragen bestätigen immer wieder, dass sich Mitarbeiter eine bessere technologische Unterstützung wünschen. 94 %, so die „State of Work“-Studie, wünschen sich am Arbeitsplatz genauso einfach suchen zu können wie mit Google. Und 81 % der Befragten sind der Überzeugung, dass es vor allem die Führungskräfte sind, die ihre Einstellung gegenüber Technologie überdenken sollten.

Kulturen weiterentwickeln

Um zu einem Mindset zu kommen, das es ermöglicht, dass sich die Potenziale des Smart-Collaboration-Ansatzes entfalten, ist es daher hilfreich den Austausch zu suchen – mit innovativen Unternehmen, mit Start-ups oder mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Dort vorherrschende Arbeits- und Denkweisen können die eigenen Prinzipien und Vorstellungen gewinnbringend weiterentwickeln. Mit ihrem Start-up-Programm verfolgt die Aareal Bank Gruppe unter anderem dieses Ziel. Das vor einigen Jahren aufgelegte Programm sieht Kooperationen, die Beteiligung an Accelerator-Programmen, strategische Investitionen sowie die Entwicklung eigener Start-ups vor. Wichtiger Bestandteil aller dieser Aktivitäten ist die Weiterentwicklung des bei der Aareal Bank Gruppe verfolgten Smart-Collaboration-Konzepts.

Das Start-up Programm der Aareal Bank

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Mehr Informationen zum Start-Up Programm


Gleichzeitig setzt die Aareal Bank Gruppe auf einen Kulturwandelprozess und hat Schulungsprogramme aufgelegt, um den Smart-Collaboration-Gedanken bei Führungskräften und Mitarbeitern zu verankern. Die Erfahrungen, die mit diesem Ansatz gemacht wurden, bestätigen die Beobachtungen der vom Zukunftsinstitut herausgegebenen Trendstudie „Hands-on Digital“: „Collaboration Tools können die Verabschiedung von alten Hierarchien und ‚Command & Control‘-Prinzipien zugunsten eines selbstbestimmten, freien und selbst organisierten Arbeitens unterstützen und helfen, Unternehmen beweglicher und anpassungsfähiger zu machen. Auch deshalb ist das Verständnis digitaler Kollaborationstools und ihrer Potenziale ein wichtiger Bestandteil heutiger und künftiger unternehmerischer Kompetenzen.“

Gespräch mit Henning Zander

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Leiter des Start-up-Programms der Aareal Bank AG

Herr Zander, inwieweit hilft das Start-up-Programm der Aareal Bank intelligente und zukunftsweisende Zusammenarbeitsformen zu entwickeln?

Unser Start-up-Programm hilft uns natürlich in erster Linie, die Treiber der digitalen Entwicklung und die Trends am Markt noch besser zu erkennen und zu verstehen. Dies gilt aber auch mit Blick auf zukunftsweisende Zusammenarbeitsformen. Wir machen uns derzeit sehr viele Gedanken, wie wir unsere Smart-Collaboration-Modelle, die wir bereits unternehmensintern aufgesetzt haben, weiterentwickeln und noch wirkungsvoller ausgestalten können. Hier hilft uns der Dialog und der Austausch mit jungen, innovationsstarken und unkonventionell denkenden Unternehmen sehr.

Wie muss man sich das konkret vorstellen?

Im Rahmen unseres Start-up-Programms investieren wir immer wieder in interessante junge Unternehmen und Initiativen. 2019 haben wir uns beispielsweise an PropTech1 Ventures beteiligt. Dabei handelt es sich um einen Venture-Capital-Fonds, der sich auf europäische PropTech-Start-ups spezialisiert hat. Mit unserer Beteiligung an diesem Fonds verschaffen wir uns den Zugang zu zehn bis fünfzehn technikaffinen Unternehmen in der Immobilienbranche und können deren Entwicklung und Arbeitsweise eng verfolgen. Damit erhöhen wir nicht nur unsere Innovationskraft, sondern profitieren auch bei der Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeitsmodelle.

2019 ist auch realXdata als neuer Kooperationspartner hinzugekommen. Was verbirgt sich hinter dieser Zusammenarbeit?

realXdata ist auf die Standardisierung und Digitalisierung von Mieterlisten unter Anwendung von Machine-Learning-Prozessen spezialisiert. Für die Aareal Bank wird realXdata Immobiliendaten im Kreditneugeschäft und im Bestandsmanagement strukturieren, analysieren und über eigens entwickelte Schnittstellen in das Banksystem integrieren. Damit werden tiefgreifende und präzise Zeitreihen- und Cashflow-Analysen innerhalb weniger Minuten möglich. Allein die dreimonatige Testphase hat bereits erkennen lassen, dass wir in der Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, von realXdata stark profitieren werden.

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